Ist Glück etwas, das wir irgendwo finden müssen, oder etwas, das leise in uns entsteht?
Für mich ist Glück dieser Zustand, in dem ich mit mir im Reinen bin. Wenn es in mir stiller wird. Wenn ich nicht mehr gegen mich denke, nicht mehr an mir ziehe oder mich in Frage stelle. Wenn ich mich nicht mehr verliere in dem Gefühl, anders sein zu müssen, sondern langsam bei mir ankomme. Und einfach weiss, ich bin genug. Dass ich mich so akzeptiere, wie ich bin, mit all meinen Ecken und Kanten. Dass ich mich nicht mehr wegdrücke, sondern beginne, mich selbst auszuhalten und irgendwann sogar zu mögen. Es ist ein sanftes Gefühl, kein lautes, kein überwältigendes, eher wie ein inneres Nachgeben, ein Loslassen. Und genau dann reagiert auch mein Körper darauf. Dopamin gibt mir dieses leise Gefühl von innerer Zufriedenheit. Serotonin bringt eine Ruhe, die mich trägt, ohne dass ich sie festhalten muss. Oxytocin lässt mich mich verbunden fühlen, auch mit mir selbst, und Endorphine nehmen dieser inneren Schwere die Härte. Es ist, als würde sich etwas in mir entspannen, ohne dass ich etwas dafür leisten muss.
Und trotzdem suchen so viele ihr Glück ausserhalb von sich. In Orten, an denen sie sich freier fühlen wollen. In Reisen, die ihnen das Gefühl geben, lebendig zu sein. In Menschen, die ihnen Nähe geben. In einer Familie, in einem Job, in einem Hobby. All diese Dinge können sich echt anfühlen, intensiv und schön. Und sie lösen genau das aus, was wir als Glück wahrnehmen. Aber sie sind nicht konstant. Orte verändern sich, Menschen gehen, Situationen kippen. Und dann bleibt oft dieses leise Gefühl zurück, dass etwas fehlt. Vielleicht, weil das, was man im Aussen sucht, eigentlich im Inneren beginnt.
Für mich liegt genau dort die Wahrheit. Glück entsteht nicht, wenn alles perfekt ist oder wenn alles passt. Es entsteht, wenn ich aufhöre, mich selbst zu verlassen. Wenn ich mir selbst das gebe, was ich so oft im Aussen suche. Anerkennung, Ruhe, ein Gefühl von Wert. Wenn ich bei mir bleibe, auch dann, wenn es nicht leicht ist. Und wenn ich mir selbst langsam glaube, dass ich genug bin. Alles andere kann das verstärken, aber nicht ersetzen. Und vielleicht ist genau das der ruhigste und gleichzeitig stärkste Ort, den man finden kann.
Glück beginnt, wenn du dich selbst schätzt.