Aussehen ist ein Gefühl

Wann hast du begonnen, dich so zu zeigen, wie du dich wirklich fühlst?

Es hat eine Zeit gebraucht, bis klar wurde, dass ich mich nicht jeden Tag gleich fühlen muss, um mich trotzdem wohl in mir zu fühlen. Es gibt Phasen, in denen alles leicht ist und solche, in denen ich mich selbst kaum aushalte. Früher habe ich versucht, das zu kaschieren. Heute mache ich es anders. Ich passe mich nicht mehr an ein Bild an, sondern eher an das, was ich gerade brauche. Und genau da hat sich auch mein Stil verändert. Weniger Maske, weniger Druck, mehr Gefühl.

Ich habe angefangen, bewusster zu wählen. Nicht das, was „gut aussieht“, sondern das, was sich gut anfühlt. Zurzeit ist Gelb eine Farbe, die genau das in mir trifft. Butter Yellow, weich, warm, nicht aufdringlich, aber präsent. Es unterstreicht etwas, das ich nicht erklären kann, aber spüre. Ich kombiniere es gerne mit feinem Goldschmuck, kleinen Details wie einem Haarreif oder schlichten Ringen. Lipgloss statt schweren Looks, nur noch Blush und etwas Highlighter, kein Contouring mehr. Es hat mich immer strenger wirken lassen, als ich eigentlich bin. Und genau das wollte ich nicht mehr. Ich bin nicht hart. Ich bin eher leicht, weich, ruhig. Und genau das darf man auch sehen.

Und trotzdem gibt es Dinge, die ich nicht einfach „akzeptiert“ habe. Meine Beine zum Beispiel. Mein Blick geht oft als erstes dorthin und genau da beginnt dieser kritische Moment. Ich vermeide kurze Röcke oder Hosen, die über dem Knie enden, zumindest ohne etwas darüber. Eine dünne Strumpfhose gibt mir dieses kleine Gefühl von Sicherheit, als würde sie etwas abdecken, das ich selbst nicht sehen will. Es ist kein grosses Drama nach aussen, aber innerlich ist es präsent. Ein stiller Widerspruch. Auf der einen Seite dieses Bedürfnis, echt zu sein. Auf der anderen Seite diese Stelle, an der es mir noch schwerfällt.

Ich habe gelernt, dass Ausstrahlung nicht davon kommt, wie perfekt etwas ist, sondern wie echt es sich anfühlt. Und genau das bedeutet auch, dass nicht alles sofort leicht ist. Dass man sich zeigt und gleichzeitig noch an sich arbeitet. Wenn ich mich wohlfühle, merkt man das. Wenn ich mich verstecke, merkt man es auch. Und genau deshalb geht es für mich nicht mehr darum, etwas darzustellen. Sondern darum, mich selbst zu zeigen, so wie ich bin. Mit allem, was sich leicht anfühlt und auch mit dem, was es noch nicht tut.

Sei echt, nicht perfekt.