Warum suchen wir ständig mehr, statt das Kleine zu schätzen?
Viel zu oft ist der Kopf mit allem beschäftigt was noch fehlt, was besser sein sollte oder was man unbedingt erreichen möchte. Dabei vergisst man schnell, wie viel eigentlich trotzdem schon da ist. Morgens die Vögel zwitschern hören, die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht spüren oder diese warme Sommerluft einatmen, wenn langsam alles heller wird. Früher wäre selbst ein schöner Morgen einfach nur ein weiterer Morgen gewesen. Viele Dinge hat man zwar gesehen, aber nie wirklich gespürt.
In letzter Zeit hat sich der Blick auf genau solche Momente verändert. Während eines Spaziergangs, Sonne auf der Haut und frische Luft in der Nase, kam plötzlich dieses Gefühl auf, dass das Leben nicht nur aus Stress, Gedanken und ständigem Funktionieren besteht. Seitdem fallen kleine Dinge wieder mehr auf. Früh morgens auf dem Balkon sitzen, einen Kaffee trinken bevor der Alltag beginnt und diese Ruhe geniessen, während draussen langsam der Tag erwacht. Vielleicht klingt das unspektakulär, aber genau dort beginnt für mich Ruhe. Ich liebe die frühen Morgenstunden, wenn alles noch still ist und noch niemand etwas von einem will. Wenn der Morgen hektisch startet, zieht sich dieses Gefühl oft durch den ganzen Tag.
Vielleicht hinterfragt man viel zu selten wie selbstverständlich alles geworden ist. Dass man gesund aufwacht. Dass die Sonne scheint. Dass man atmen, laufen, lachen oder einfach einen ruhigen Moment erleben kann. Ich journal nicht darüber oder schreibe es jeden Morgen auf. Ich sage mir solche Dinge einfach bewusst im Kopf und genau das verändert manchmal mehr als gedacht. Vielleicht sollte man nicht erst alles verlieren müssen, um endlich zu merken, was die ganze Zeit da war.
Dankbarkeit macht das Leben erst reich.