Ich liebe dich still weiter.

Wie kann ein Mensch gleichzeitig dein Zuhause und dein grösster Schmerz sein?

Bis heute gibt es Momente, in denen alles zu viel wird. Mein Körper wird schwer, jeder Gedanke fühlt sich laut an und die Anspannung nimmt mir die Luft. Dann schliesse ich die Augen. Für einen kurzen Augenblick stelle ich mir vor, ich liege wieder in deinen Armen. Ich atme tief ein. Und beim Ausatmen fällt alles von mir ab. Der Druck. Die Last. Die Unruhe. Für diesen einen Moment fühlt sich alles leicht an. Du warst der einzige Mensch, bei dem ich nicht stark sein musste. Der einzige Mensch, bei dem ich einfach ausatmen konnte. Genau deshalb hast du dich vom ersten Augenblick an wie Zuhause angefühlt.

Es gibt Menschen, die unser Leben verlassen und trotzdem einen Platz in unserem Herzen behalten. Nicht, weil wir an der Vergangenheit festhalten, sondern weil manche Begegnungen etwas in uns verändern. Liebe ist nicht vergänglich. Sie verändert ihre Form. Sie wird leiser. Sie braucht keine Nachrichten mehr, keine Berührungen und keine gemeinsamen Pläne, um weiterzuleben. Manche Liebe bleibt einfach dort, wo sie entstanden ist. Tief im Herzen. Unsichtbar für alle anderen. Vielleicht werden viele nie verstehen, wie man jemanden noch lieben kann, obwohl man weiss, dass man nie wieder zurückgehen darf. Ehrlich gesagt verstehe ich es manchmal selbst nicht.

Das Schwerste war nicht das Ende. Das Schwerste war zu erkennen, dass ich dir nie so wichtig war, wie du mir. Dass ich nie deine Priorität war. Genau diese Erkenntnis hat etwas in mir zerbrechen lassen. Und trotzdem bereue ich keinen einzigen Moment mit dir. Denn zwischen all dem Schmerz hast du mir etwas geschenkt, das mir niemand mehr nehmen kann. Du hast mir gezeigt, dass ich bedingungslos lieben kann. Eine Liebe, die nichts verlangt. Eine Liebe, die bleibt, obwohl sie weh tut. Vielleicht genau deshalb musste ich den Kontakt abbrechen. Nicht, weil ich dich nicht mehr liebe. Sondern weil ich wusste, dass ich jedes Mal wieder zu dir zurückgehen würde. Du wirst wahrscheinlich immer meine grösste Schwäche sein. Und genau deshalb musste ich anfangen, mich selbst zu schützen.

Vielleicht wirst du diese Zeilen niemals lesen. Vielleicht wirst du nie erfahren, dass ich dich noch immer in mir trage. Dass es bis heute Momente gibt, in denen mein Herz denselben Ort aufsucht, wenn alles zu schwer wird. Nicht, weil ich auf dich warte. Nicht, weil ich glaube, dass alles wieder gut wird. Sondern weil ein Teil von mir für immer dort bleiben wird, wo ich mich zum ersten Mal wirklich angekommen gefühlt habe. Manche Menschen gehen aus unserem Leben. Aus unserem Herzen gehen sie nie.

Vielleicht war ich nie dein Zuhause. Du warst meines.