Dating & Männer

Irgendwo wurde mir einmal gesagt, man müsse ungefähr hundert Männer daten, bevor man den perfekten findet. Keine Ahnung, wer diese Rechnung aufgestellt hat, aber ich hoffe sehr, dass Wiederholungen zählen. Sonst könnte es noch etwas dauern. Bis dahin bleibt mir immerhin genügend Material für diese Rubrik.

Hier geht es um Männer. Um Dates, Situationships, grosse Gefühle und erstaunlich kleine Kommunikationsfähigkeiten. Um Green Flags, Red Flags und jene besonders hinreissenden Exemplare, bei denen man die Flagge erst erkennt, nachdem man bereits emotional eingezogen ist. Manche Männer blieben länger, andere verschwanden schneller, als man „Bindungsangst“ sagen konnte. Einige hinterliessen Herzschmerz, einer einen Lieblingssong und mindestens einer eine Zahnbürste. Namen gibt es selbstverständlich keine. Spitznamen dagegen schon. Ein bisschen Privatsphäre muss sein, aber wir wollen es auch nicht übertreiben. Natürlich war nicht jede schlechte Entscheidung männlich. Gelegentlich sass die Red Flag durchaus auf meiner Seite des Tisches. Ich habe mich verliebt, obwohl ich es besser wusste, Dinge interpretiert, die vielleicht gar nichts zu bedeuten hatten, und in jüngeren Jahren für einen Mann sogar eine zweite SIM Karte gekauft. Heute würde ich dafür nicht einmal mehr meinen Mobilfunkanbieter wechseln. Man entwickelt sich.

Vielleicht braucht es tatsächlich hundert Männer, bis der Richtige auftaucht. Vielleicht reichen auch neunundneunzig und ein funktionierender Menschenverstand. Bis ich das herausgefunden habe, bleibt wenigstens eine beruhigende Gewissheit: Nicht jeder Mann wird die grosse Liebe. Manche werden einfach eine verdammt gute Kolumne.